Semir Fersadi in einem dunklen Anzug hält eine Brille und steht vor einem modernen Bürogebäude mit einer digitalen Business-Analytics-Grafiküberlagerung.
Forecasting

Wie wird die Prognose zum Führungsinstrument?

Ein Forecast wird zum Führungsinstrument, indem es eine rein administrative Rückschau durch eine zukunftsorientierte Navigation ersetzt. Ein professionelles Forecasting schafft die notwendige Transparenz darüber, wie operative Entwicklungen zeitlich und kausal auf Liquidität, Ergebnis und die Gesamtfinanzierung wirken. Die Einbindung externer CFO-Expertise fungiert hierbei als objektiver Strukturgeber, um diese Transparenz von einer bloßen Information in eine belastbare Entscheidungsgrundlage für das Management zu transformieren.

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Woran erkennt man Defizite im Forecasting?


Man erkennt Defizite im Forecasting vor allem am Verlust der aktiven Steuerungsfähigkeit. Wenn das Management nur noch ereignisgetrieben reagiert, lässt sich dieser Funktionsverlust an konkreten Symptomen festmachen.


Orangefarbenes, kreisförmiges Warnsymbol mit einem weißen Ausrufezeichen darin.

Mangelnde operative Kausalität: Kennzahlen wie Auftragseingang, Auslastung oder Preise stehen in keinem Zusammenhang mit der Finanzprognose.

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Fehlende Steuerungsimpulse: Abweichungen zwischen Ist und Forecast werden lediglich dokumentiert, statt in konkrete Maßnahmen übersetzt zu werden.

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Blindheit für Bilanz-Effekte: Liquiditätsauswirkungen aus Working Capital, Zahlungszielen oder Lagerveränderungen werden zeitlich nicht abgebildet.

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Fehlende Resilienz: Es existiert nur ein Prognosewert ohne Szenarien – die Robustheit der Finanzierung gegenüber Marktvolatilität bleibt ungeprüft.

Welche Fehler führen zu unzuverlässigen Forecasts?


Unzuverlässige Forecasts entstehen meist durch die Vermengung unterschiedlicher Zielsetzungen. Ein belastbares System erfordert ein klares Zielbild, das methodisch präzise nach Zeithorizont und Steuerungszweck differenziert.

Kurzfrist-Forecast (0–13 Wochen): Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit und Steuerung des operativen Working Capitals.

Mittelfrist-Forecast (3–18 Monate): Fokus auf die operative Ergebnisentwicklung, die Investitionsfähigkeit und die Einhaltung von Bank-Covenants.

Szenario-Forecast (18–36 Monate): Bewertung der finanziellen Resilienz und frühzeitige Identifikation StaRUG-relevanter Risiken.

Ohne diese Differenzierung bleibt die Planung ein statisches Dokument. Erst durch ein explizites Zielsystem wird Forecasting zum entscheidungsorientierten Frühwarnsystem, das flexibel auf Marktveränderungen reagiert und die Handlungsfähigkeit absichert.

Warum sind operative Treiber die Basis eines verlässlichen Forecasts?


Verlässliche Forecasts basieren nicht auf historischen Durchschnittswerten, sondern auf Business Drivern. Das sind die operativen Stellschrauben, die einen direkten Einfluss auf Ihr Ergebnis und Ihren Cashflow haben. Nur wenn diese Hebel im Modell abgebildet sind, wird die Prognose zu einem echten Steuerungsinstrument.



Je nach Geschäftsmodell stehen unterschiedliche Treiber im Fokus:

Industrie & Fertigung: Absatzmengen, Verkaufspreise, Materialkosten und Durchlaufzeiten.

Projektgeschäft: Auftragseingang, Projektlaufzeiten und Meilenstein-Zahlungsziele.

Dienstleistung & SaaS: Neukunden-Akquise, Churn-Rate und Billing-Zyklen.


Ein Praxisbeispiel verdeutlicht die Hebelwirkung:
Eine Verlängerung der Zahlungsziele um nur zehn Tage bindet bei einem Jahresumsatz von 20 Mio. EUR rund 550.000 EUR zusätzliches Working Capital – vollkommen unabhängig vom ausgewiesenen Ergebnis.
Ein treiberbasierter Forecast macht genau diese Kausalitäten sichtbar, bevor sie die finanzielle Flexibilität einschränken.

Warum ist die integrierte Finanzlogik die Voraussetzung für valides Forecasting?

Ein Forecasting ist nur dann valide, wenn es die tatsächliche Liquiditätswirkung operativer Entscheidungen widerspiegelt. Da Gewinn und Cashflow zeitlich oft weit auseinanderfallen, ist die integrierte 3-Statement-Betrachtung die methodische Voraussetzung, um diese Kausalität rechnerisch korrekt abzubilden. Ohne die Verknüpfung von GuV, Bilanz und Cashflow bleibt jede Prognose unpräzise, da sie wesentliche zeitversetzte Effekte ignoriert:

Umsatz vs. Cash-In

Erlöse wirken sich erst nach Ablauf der individuellen Zahlungsziele real auf das Bankkonto aus.

Investitionen (CapEx)

Diese binden sofort Liquidität, beeinflussen das Ergebnis jedoch erst über Jahre hinweg durch Abschreibungen.

Working Capital:

Ein Lageraufbau bindet liquide Mittel unmittelbar, ohne dass dies in der GuV als Aufwand sichtbar wird.


Erst diese Logik verwandelt den Forecast von einer isolierten Ergebnisrechnung in eine belastbare Grundlage für die Liquiditäts- und Covenant-Steuerung.

Ablauf

Wie unterstützt ein externer CFO Forecasting ganzheitlich?

Ein Forecasting-System scheitert intern oft an der fehlenden methodischen Distanz: Prognosen werden unbewusst durch Zielvorgaben oder Erwartungen verzerrt. Die Einbindung externer CFO-Expertise fungiert hier als objektiver Strukturgeber, um eine klare Trennung zwischen operativer Ambition und ökonomischer Realität sicherzustellen.

Die Implementierung erfolgt dabei in einem zielgerichteten Prozess:

#01

Verknüpfung der Business Driver

Identifikation der operativen Hebel (z. B. Auftragseingang, Durchlaufzeiten), um Marktveränderungen unmittelbar in finanzielle Konsequenzen zu übersetzen.

#02

Aufbau der 3-Statement-Logik

Synchronisation von GuV, Bilanz und Cashflow, damit jede Annahme auf ihre Auswirkungen auf Liquidität und Covenants geprüft wird.

#03

Etablierung rollierender Routinen

Ablösung starrer Berichte durch schlanke Prozesse, die eine kontinuierliche Anpassung an die Marktdynamik ermöglichen.

#04

Szenarioplanung & Moderation

Abweichungen werden nicht nur dokumentiert, sondern als Grundlage für Best- und Worst-Case-Szenarien genutzt, um proaktive Handlungsoptionen zu erarbeiten.

Der externe CFO agiert hierbei als methodischer Sparringspartner. Ziel ist die nachhaltige Befähigung der Organisation, Daten als verlässliche Entscheidungsgrundlage zu nutzen.

Ergebnisse

Welche messbaren Ergebnisse erzielt professionelles Forecasting?

Die Ergebnisse eines professionellen Forecastings zeigen sich unmittelbar in einer deutlich höheren Entscheidungsqualität und einer gesteigerten Reaktionsgeschwindigkeit des Managements. Statt reaktiver Krisenbewältigung ermöglicht ein etabliertes System messbare Fortschritte in der finanziellen Steuerung:Der Nutzen eines externen CFO zeigt sich zunächst im Führungsalltag und wirkt darüber hinaus strukturell.Ich arbeite als externer CFO im Maschinenraum mittelständischer Unternehmen.

Nicht als Berater von außen, sondern als temporärer Teil des Managements – mit klarer Verantwortung für finanzielle Führung und Entscheidungsfähigkeit.

Hohe Prognosepräzision: Die Abweichung zwischen Ist-Werten und Erwartung sinkt auf unter ±5 % über einen Horizont von sechs Monaten.

Erweiterte Liquiditätssicht: Der gesicherte Liquiditätshorizont vergrößert sich auf 13 bis 16 Wochen, was den operativen Handlungsspielraum massiv erhöht.

Frühzeitige Risikoerkennung: Covenant-Risiken werden bereits 3 bis 6 Monate vor Eintritt identifiziert, wodurch ausreichend Zeit für proaktive Gegenmaßnahmen bleibt.

Erhöhte Effizienz: Ad-hoc-Analysen und zeitintensive „Feuerwehreinsätze“ im Controlling werden durch standardisierte Routinen drastisch reduziert.

Ein professioneller Forecast wird damit zum stabilisierenden Faktor, der dem Management auch in volatilen Marktphasen die nötige Sicherheit für strategische Weichenstellungen gibt.

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Warum Semir Fersadi für Forecasting?

Ich unterstütze Sie dabei, die methodischen Anforderungen operativ in Ihrem Unternehmen zu verankern. Als externer CFO bringe ich die Distanz ein, die für eine belastbare Planung in dynamischen Phasen notwendig ist.

Mein Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung:

Unabhängige Validierung: Ich hinterfrage Annahmen kritisch und sorge für die notwendige Objektivität, damit Ihre Zahlen vor Gesellschaftern und Banken Bestand halten.

Finanzielle Sichtbarkeit: Ich mache die Auswirkungen operativer Entscheidungen auf Cashflow und Ergebnis unmittelbar transparent. So werden aus abstrakten Daten konkrete Handlungsoptionen.

Systemischer Aufbau: Mein Ziel ist die Verankerung fester Routinen, damit Ihr Team die Steuerung dauerhaft und eigenständig sicherstellen kann.


Ich verstehe mich als Ihr strategischer Sparringspartner, der die Komplexität reduziert und sicherstellt, dass Sie auf Basis valider Informationen führen – statt nur auf Ereignisse zu reagieren.

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FAQ: Forecasting als Steuerungsinstrument

Damit aus einer bloßen Planung ein Instrument zur aktiven Unternehmenssteuerung wird, müssen methodische, rechtliche und operative Details präzise geklärt sein. Hier finden Sie Antworten zur Einordnung in die Praxis.

Wie unterscheidet sich ein rollierender Forecast von der klassischen Budgetierung?

Während das Budget eine statische Zielvorgabe für das Geschäftsjahr ist, passt der rollierende Forecast die Erwartungswerte kontinuierlich (meist monatlich oder quartalsweise) an die Realität an. Er dient nicht der Kontrolle von Budgetdisziplin, sondern der Frühaufklärung. Ziel ist es, die Planungshorizonte ständig nach vorne zu verschieben, um Engpässe in der Gesamtfinanzierung bereits Monate vor ihrem Eintritt zu erkennen.

Ist eine spezialisierte Planungs-Software zwingend erforderlich?

Nicht zwingend. Die Qualität eines Forecasts hängt von der logischen Verknüpfung und der Datenintegrität ab, nicht vom Tool. Ein fachlich exzellent aufgebautes Excel-Modell (3-Statement-Logik) ist oft agiler und transparenter als komplexe Software-Suiten, die intern nicht vollständig beherrscht werden. Entscheidend ist, dass das Modell eine fehlerfreie Szenario-Modellierung ermöglicht.

Welche Rolle spielt das Forecasting im Rahmen des StaRUG?

Seit Einführung des StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) sind Geschäftsführer gesetzlich verpflichtet, ein Krisenfrüherkennungssystem zu betreiben. Ein professionelles, integriertes Forecasting ist das zentrale Instrument, um die drohende Zahlungsunfähigkeit innerhalb eines 24-Monats-Zeitraums nachzuweisen oder auszuschließen. Es dient somit unmittelbar der Haftungsvermeidung der Geschäftsführung.

Wie wirkt sich die Prognosequalität auf das Banken-Rating aus? 

Banken bewerten nicht nur die nackten Zahlen, sondern die Prognosefähigkeit des Managements. Ein Unternehmen, das Abweichungen proaktiv kommuniziert und durch Szenarien untermauert, erhält ein deutlich besseres Rating als ein Unternehmen, das von negativen Entwicklungen überrascht wird. Eine hohe Forecast-Accuracy senkt das Risikoprofil und damit unmittelbar die Kapitalkosten.

Wie viel Zeit muss mein internes Team für die Implementierung investieren? 

Mein Ziel ist es, die Belastung für Ihre Organisation minimal zu halten. In der Setup-Phase identifiziere ich die Datenquellen effizient mit Ihrem Controlling oder IT-Team. Sobald die Treiber-Architektur steht, reduziert der strukturierte Prozess den monatlichen Aufwand für das Team, da zeitraubende Ad-hoc-Analysen durch standardisierte Routinen ersetzt werden.

Gemeinsame Einordnung Ihres Forecastings

In einem ersten Gespräch ordnen wir ein, wie belastbar Ihr aktuelles Forecasting ist, welche Annahmen tragfähig sind und wo Risiken für Liquidität, Ergebnis oder Finanzierung entstehen.

Im Fokus steht nicht das Modell, sondern die Qualität Ihrer Entscheidungsgrundlagen über Zeit. Das Gespräch dient der fachlichen Einordnung und schafft Klarheit darüber,
ob Ihr Forecasting Ihre Steuerungsfähigkeit stärkt – oder ungewollt einschränkt.

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